Digitale OSCEs von DOMINOS

„OSCEs testen Fähigkeiten, aber auch Nerven. DOMINOS verwandelt diesen Stress in Selbstvertrauen und macht jede Herausforderung zu einer Chance, zu glänzen.“
Dr. Donia Bouzid, Koordinatorin des DOMINOS-Projekts
Was ist eine OSZE?
Die Objektiv strukturierte klinische Prüfung (OSCE) ist eine standardisierte Bewertungsmethode, die in der medizinischen Ausbildung weit verbreitet ist, um die klinische Kompetenz der Studierenden zu beurteilen. Sie dient dazu, nicht nur medizinisches Wissen, sondern auch praktische Fähigkeiten, klinisches Denken, Kommunikationsfähigkeiten und professionelles Verhalten auf strukturierte und objektive Weise zu bewerten.
OSCEs werden häufig im Grund- und Aufbaustudium eingesetzt und sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen medizinischen Ausbildung und Zertifizierung.
Das Hauptziel der OSCE ist es, die Fähigkeit eines Kandidaten zu bewerten, theoretisches Wissen in realen klinischen Situationen anzuwenden. Im Gegensatz zu traditionellen schriftlichen Prüfungen konzentriert sich die OSCE auf eine leistungsbasierte Bewertung, um sicherzustellen, dass die Studierenden in einer sicheren und kontrollierten Umgebung wesentliche klinische Fähigkeiten unter Beweis stellen können.
Mit diesem Format verfolgen OSCEs folgende Ziele:
– Förderung einer patientenorientierten Versorgung
– Klinische Kompetenz auf standardisierte Weise bewerten
– Fairness und Einheitlichkeit gegenüber allen Bewerbern gewährleisten
– Die Studierenden auf die reale klinische Praxis vorbereiten
Ein OSCE besteht aus einem Parcours mit mehreren Stationen, die jeweils dazu dienen, eine bestimmte klinische Fertigkeit oder Kompetenz zu beurteilen.
Zu den wichtigsten strukturellen Merkmalen gehören:
– Eine Reihe von 10 bis 20 Stationen, je nach Untersuchung
– Jede Station dauert 5 bis 10 Minuten.
– Vor dem Betreten jeder Station werden klare schriftliche Anweisungen bereitgestellt.
– Zeitgesteuerte Rotationen zwischen den Stationen, signalisiert durch eine Glocke oder ein elektronisches System
Die Kandidaten durchlaufen die Stationen nacheinander und erfüllen an jeder Station die erforderliche Aufgabe.
Anamnese
Die Kandidaten interagieren mit geschulten standardisierten Patienten, um eine fokussierte und relevante Anamnese zu erstellen. Die Bewertung konzentriert sich auf Kommunikationsfähigkeiten, klinisches Denken, Struktur und Professionalität.
Körperliche Untersuchung
Die Studierenden führen gezielte körperliche Untersuchungen durch, beispielsweise kardiovaskuläre, respiratorische, abdominale oder neurologische Untersuchungen. Die Prüfer bewerten die Technik, Organisation, Patientensicherheit und Genauigkeit.
Praktische und verfahrenstechnische Fähigkeiten
An diesen Stationen werden praktische klinische Verfahren anhand von Modellen oder Simulatoren bewertet. Beispiele hierfür sind Venenpunktion, Katheterisierung und grundlegende Lebensrettungsmaßnahmen. Dabei ist es unerlässlich, auf Sicherheit, Infektionskontrolle und korrekte Technik zu achten.
Kommunikation und ethische Szenarien
Die Kandidaten können aufgefordert werden, Diagnosen zu erläutern, eine Einverständniserklärung einzuholen oder emotional schwierige Situationen zu bewältigen. An diesen Stationen werden Empathie, klare Kommunikation und ethisches Bewusstsein bewertet.
Dateninterpretation und klinisches Denken
Einige Stationen erfordern die Interpretation klinischer Daten wie Laborergebnisse, Bildgebungsergebnisse oder EKGs. Die Kandidaten werden hinsichtlich ihrer Fähigkeit bewertet, wichtige Befunde zu identifizieren und geeignete Behandlungsmaßnahmen vorzuschlagen.
OSCEs werden anhand standardisierter Bewertungsschemata bewertet, um Objektivität und Konsistenz zu gewährleisten.
Die Kennzeichnung umfasst in der Regel:
– Strukturierte Checklisten zur Bewertung wichtiger Maßnahmen oder Kompetenzen
– Globale Bewertungen, die die gesamte klinische Leistung und Sicherheit widerspiegeln
Der Schwerpunkt liegt auf sicherer Praxis, klarer Kommunikation und angemessener klinischer Entscheidungsfindung und nicht auf Perfektion.
OSCEs spielen eine entscheidende Rolle in der medizinischen Ausbildung, indem sie die Integration von Wissen, Fähigkeiten und professionellen Einstellungen fördern. Sie bieten den Studierenden die Möglichkeit, ihre Bereitschaft für die klinische Praxis unter Beweis zu stellen und strukturiertes Feedback zu ihrer Leistung zu erhalten.
Durch die Simulation realer klinischer Begegnungen helfen OSCEs dabei, die Lücke zwischen akademischem Lernen und Patientenversorgung zu schließen.
Die Digitalisierung der OSCEs durch DOMINOS
Das Hauptziel von DOMINOS ist die Digitalisierung pädagogischer Instrumente und die weltweite Verbreitung von qualitativ hochwertigem Wissen, das leicht und frei zugänglich ist. Das Arbeitspaket (WP) 2 widmet sich der Digitalisierung von OSCEs, auch bekannt als „asynchrones Training“. Das Team besteht aus 80 Fachkräften aus dem Gesundheitswesen aus ganz Europa, und das WP2 wird von Dr. Valentine Ferré von der Université Paris Cité geleitet.
Digitale OSCEs folgen denselben Regeln und Abläufen wie herkömmliche OSCEs. Einer der Unterschiede zwischen herkömmlichen und digitalen OSCEs besteht in der Erstellung der Stationen. DOMINOS plant die Erstellung einer Bibliothek mit 400 OSCEs-Stationen. Um diese intensive Arbeit zu erleichtern, haben die DOMINOS-Lehrkräfte einen Stationsentwurf für die Bereiche Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie erstellt. Die Bibliothek ist für die teilnehmenden und Partneruniversitäten auf DOMINOS Moodle frei zugänglich.

